Bericht 2023
Sommerdiskurs aus Wirtschaft, Recht und Kultur 2023:
2.-4. August 2023 | Strobl/Wolfgangsee
Mag. Verena Bauer
Vergangene Woche fand wieder der Sommerdiskurs im Rahmen der Sommerhochschule der Universität Wien statt. An drei Tagen wurde in multidisziplinären Vorträgen und Workshops gemeinsam zu aktuellen Themen reflektiert, positioniert und diskutiert. Im Sommerdiskurs präsentiert sich die Universität Wien als öffentlicher Raum, als Ort der sozialen Interaktion, als Forum des Nachdenkens und der Diskussion, in diesem Jahr bereits zum 15. Mal!
Die Veranstaltung richtet sich an Personen aus Wirtschaft, Recht und Kultur und bietet ihnen einen privilegierten Moment sommerlicher Zurückgezogenheit am ehemaligen „Bürglgut“ in Strobl am Wolfgangsee im idyllischen Salzkammergut. Diese Zeit wird genutzt, um Erfahrungen und Zukunftsvisionen zu teilen. Auch in diesem Jahr konnten wieder international anerkannte Professor*innen und Expert*innen als Vortragende gewonnen werden.
Der diesjährige Sommerdiskurs mit dem Titel „Vom Reiz des Staunens - Curiosity: Science and Society Discovering the Future” begann mit der Open Lecture Artificial General Intelligence in the Age of Surveillance Capitalism - A Critical Theoretical Perspective. Bo-Mi Choi, B.A. Ph.D., Dozentin für Sozialwissenschaften an der Harvard University und Fakultätsmitglied der Sommerhochschule der Universität Wien, sprach über die Verbindung zwischen Künstlicher Intelligenz und Kapitalismus und welche Auswirkung das derzeitige kapitalistische System auf unsere Arbeit und unser Leben hat.
Der diesjährige Eröffnungsvortrag am Mittwochabend wurde von Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Forgó mit dem Titel Artificial Intelligence and the Curiosity of the Human Mind gehalten. Der Vorstand des Instituts für Innovation und Digitalisierung wies auf die steigende Internetnutzung hin und welche Risiken das bergen kann. Welchen Informationen dürfen wir trauen und wie sicher sind unsere Daten?
Der zweite Tag startete mit der Paneldiskussion Science and Society: Advising Public Institutions and Societal Scepticism. Univ.-Prof. Dr. Sylvia Kritzinger, Expertin für Methoden der Sozialwissenschaften am Institut für Staatswissenschaften an der Universität Wien und Dr. Manès Weisskircher, Leiter von der durch die Deutsche Bundesregierung unterstützten Nachwuchsgruppe REXKLIMA (Rechtsextremismus versus Klimaschutz) an der TU Dresden, sprachen über die Wissenschaftsskepsis in der österreichischen und deutschen Bevölkerung und welche Folgen dies auf die politischen Entscheidungen im Bereich Klimaschutz und Pandemiebekämpfung haben kann. Neben aktuellen Umfrageergebnissen wurden auch konkrete Beispiele präsentiert. Moderiert wurde dieses Panel von Dr. Thomas König, Wissenschaftler und Leiter der Strategieabteilung des Instituts für Höhere Studien (IHS).
Nach einer kurzen Pause hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, den Themenschwerpunkt „Wissenschaft und Gesellschaft“ in zwei Workshops zu vertiefen: Mag. Sandra Matzinger, PhD MSc, Sozialökonomin und Expertin für Energiepolitik der Abteilung Wirtschaftspolitik der Arbeiterkammer Wien behandelte das Thema Soziale Aspekte der Energiewende in Österreich und Europa und Mag. Karina Karik, BA M.A.I.S., Universitätsassistentin am Institut für Römisches und Antikes Recht an der Universität Wien, diskutierte mit ihrer Gruppe über Unchartered Territories - Sociological Curiosity and Self-Reflection
Der Donnerstagnachmittag bot einen Blick in die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in österreichischen Unternehmen. Basis für die nachfolgende Podiumsdiskussion war der Input von Dott. Philipp Skal, Global Head of Sustainable Operations and Products von Swarovski. Er sprach über "From Vision to Strategy to Innovation - Backcasting as Valuable Tool for Innovation in Sustainability:
In der anschließenden Podiumsdiskussion teilte er mit Wolfgang Fischer von der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH und RA (D) Ralf-Wolfgang Lothert, MBA von JTI Austria Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit in Unternehmen aus. Welche staatlichen Regulierungen sind wichtig, welche eher schädlich? Titel der Diskussion war Die Macht der Neugierde – Inspiration für Innovation, Resilienz und Nachhaltigkeit. Zusammengestellt wurde das Podium durch Dr. Kristin Hanusch-Linser, Vizepräsidentin der International Advertising Association. Sie moderierte die Diskussion.
Highlight am Donnerstagabend war das Konzert mit Musikern der Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Vorstand Prof. Daniel Froschauer in der Strobler Pfarrkirche.
Der Freitag begann mit spannenden Impulsvorträgen zu Regulating the Digital World: The European Approach von Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Forgó, Hon.-Prof. Univ.-Doz. Dr. Bernhard Schima, LL.M., Direktor und Hauptrechtsberater im Juristischen Dienst der Europäischen Kommission, und Dr. Klaus M. Steinmaurer, MBA, Geschäftsführer für den Fachbereich Telekommunikation und Post der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR). Die Moderation hatte Frau Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger, M.Sc. inne, Professorin für Innovation und Öffentliches Recht an der Universität Wien.
Der anschließende Workshop von Univ.-Prof. Dr. Arne Bathke, Dekan der Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften an der Paris-Lodron-Universität in Salzburg, und von Dr. Michael Stampfer, Geschäftsführer des Wiener Wissenschafts-, Forschungs-, Technologiefonds (WWTF), beschäftige sich mit digitalem Humanismus.
Der parallel stattfindende Workshop von Univ.-Prof. Dr. Ursula Kriebaum, Professorin für Völkerrecht an der Universität Wien, Prof. Dr. Werner Neudeck, Professor für International Economics an der Diplomatischen Akademie, und Univ.-Prof. Mag. DDr. Oliver Rathkolb, Professor am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien, diskutierte mit den Teilnehmer*innen Climate Change, the Global Economy, and Human Rights.
Das offizielle Programm endete traditionell mit einem Kunstgespräch. Mag. Daniel Uchtmann, Kunsthistoriker und Kunstvermittler am Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) führte das Publikum über seinen Vortrag „Erstaunliche Imagination. Eine gescheiterte Zukunft“ in Pieter Bruegels Werk „Turmbau zu Babel“ ein
Inoffizielles Ende war die Schifffahrt nach St. Wolfgang und das gemeinsame Abschlussessen im Restaurant Weisses Rössl.
Mehr Informationen zum Sommerdiskurs und zum Programm im kommenden Jahr finden Sie hier: shs.univie.ac.at/sommerdiskurs/
